Weitere geläufige Bezeichnungen für den fachlich nicht korrekten Begriff »Mauersalpeter« lauten »Salpeter«, »Mauerfraß« oder »Salpeterfraß«, der korrekte Begriff lautet jedoch »Ausblühungen«. Bei
»Mauersalpeter“« handelt es sich streng genommen nur um Calciumnitrat; hierunter wird häufig aber ganz allgemein eine beliebige Salzausblühung an einem Bauwerk verstanden. Mauersalpeter zeigt
sich sowohl bei natürlichen als auch künstlichen Steinen, aber auch bei Betonkonstruktionen als weißlicher, oberflächiger Niederschlag an Bauteilen. Es handelt sich um Kristalle aus
Calciumnitrat, die sich bei der Verdunstung des in den Baustoffen enthaltenen Wassers bilden. Diese Kristalle nehmen dabei Wasser (Kristallwasser) auf, wobei eine (bauwerksschädigende)
Volumenvergrößerung eintritt.
Bauschädliche Salze sind aufgrund ihrer Wasserlöslichkeit in der Lage, in Baustoffen Korrosions- und Verwitterungserscheinungen auszulösen. Da sie meist hygroskopisch sind, also Feuchtigkeit
anziehen, verzögern sie das Austrocknen. Hierzu gehören die Salze der Schwefelsäure = Sulfate, der Salzsäure = Chloride, der Salpetersäure = Nitrate und der Kohlensäure = Carbonate. Nitrate, die
besonders in der Nähe von landwirtschaftlich genutzten Gebäuden, Viehställen und Absetzgruben auftreten (diese sind in den Harnstoffen der Tiere enthalten sowie in Jauche und Gülle), sind sehr
leicht wasserlöslich und stark hygroskopisch, so dass sie zu den schädlichsten Salzausblühungen gezählt werden müssen.
Ausblühungen sind Stoffe, die sich sichtbar auf der Oberfläche von Mauerwerk oder Putz ablagern. Sie treten auf, wenn wasserlösliche Stoffe im Bauteil gelöst, durch Poren zur Oberfläche
transportiert und beim Verdunsten des Wassers abgelagert werden. Sichtbare Ausblühungen sind besonders dann zu beobachten, wenn ein Bauteil länger durchfeuchtet wird, lösliche Stoffe vorhanden
sind und die Verdunstungsgeschwindigkeit gering ist. Bei schneller Verdunstung erfolgt der Übergang: flüssiges Wasser - Dampf schon innerhalb des Bauteils, wobei sich die gelösten Stoffe schon in
den Poren unterhalb der Oberfläche und damit unsichtbar ausscheiden. Ausblühungen sind vorwiegend weiß, seltener grün, auch gelblich (Vanadium-, gelegentlich auch Chrom- oder
Molybdän-Verbindungen). Häufig werden Ausblühungen ganz allgemein als „Salpeter“ oder „Mauersalpeter“ bezeichnet. Diese Bezeichnung trifft nur für die heute relativ seltenen Nitratausblühungen
zu. Die meisten Ausblühungen sind Karbonate oder Sulfate, auch Chloride.
Bei den meisten Ausblühungen handelt es sich nicht wirklich um salpetersaures Natrium, sondern meist um schwefelsaure Alkalien, die aufgrund von Beimengungen im ursprünglichen Kalkstein bzw. dem
Ziegelbrennton oder in der Brennkohle in den Mörtel und in die Ziegel gelangen oder sich dort durch chemische Umsetzungen bilden. „Echter Mauersalpeter“ (es handelt sich dabei um eine irrtümliche
volkstümliche Bezeichnung) tritt nur in der Nähe von Viehställen, Dunggruben, alten Abortanlagen und an Kirchenmauern mit angrenzenden Begräbnisstätten auf. Auch an Fußwegen kann durch Streusalze
das angrenzende Mauerwerk belastet sein. Bei schlecht isoliertem Grundmauerwerk entsteht der Mauersalpeter durch die aufsteigende Bodenfeuchtigkeit, bei Stallmauern durch das Faulen
stickstoffhaltiger Stoffe und deren Transport durch die Mauerfeuchtigkeit an die Oberfläche (Salpeterfraß). Eine gründliche Recherche kann schon im Vorfeld bestimmte Orientierungen für
entsprechende Maßnahmen geben. Auch ist nicht jedes Salz schädlich. Kalziumcarbonat (Kalk) ist ein Bindemittel und nicht schädlich, hingegen aber das Natriumcarbonat.
Der früher häufige Salpeter (chemisch Ca[NO3]2) entsteht durch Oxidation organischer Substanzen (insbesondere Harn und Exkremente) in der Reaktion mit dem Kalk des Mörtels. Die Wahrscheinlichkeit
für das Auftreten von Salpeterausblühungen ist unter den heutigen verbesserten hygienischen Verhältnissen nur noch im Bereich von Stallungen, Dunggruben, Güllebehältern und Umfassungsmauern von
Gärten gegeben. Salpeterausblühungen können wegen ihres organischen Ursprungs niemals aus gebrannten Baustoffen (Klinker und Ziegel) oder Bindemitteln (Kalk, Zement) stammen.
Bei Beton kann ein kalkreicher Zement oder ein hoher Salzgehalt im Anmachwasser die Ursache sein. Diese „Ausblühungen“ zersetzen das Mauerwerk und seine Putzschichten und den Beton und können zum
Abblättern und anderen Zerstörungen führen. Salzfreie Mörtelstoffe und reines Anmachwasser sind deshalb ein Vorbeugungsmittel gegen Mauersalpeter. Durch die Zerstörung des Putzes kann der
Mauersalpeter auch für Wandmalereien gefährlich werden. Um Zerstörungen zu verhindern, muss vor allem eine gute Bodenisolierung gewährleistet sein. Die Mauerfeuchtigkeit darf entweder durch die
Verwendung gleichen Verputzes nur genauso stark durch die Umgebung wie durch das Wandbild dringen oder besser noch leichter durch das umgebende Mauerwerk.
Einmal aufgetretener Mauersalpeter kann vor Beginn einer Sanierung im Notfall durch verdünnte Salzsäure und Waschungen, gründlich jedoch nur durch Entfernen der befallenen Steine und verbesserte
Luftzirkulation beseitigt werden. Bei Ziegelmauern kann als Gegenmittel u.a. das „Schwelen“ derselben mit zeitweilig rauchenden Brenngasen durchgeführt werden. Um danach weitere Ausblühungen zu
vermeiden, muss zuerst die Einleitungsquelle beseitigt werden (z.B. Harnstoffeintrag in Ställen).
Quelle: www.elkage.de (Crinitz Baukeramik)